Oct 10
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In einem heute veröffentlichen Statement rief Verbraucherschutzministerin Aigner dazu auf, in sozialen Netzen die Anwender rechtsextremer und rassistischer Inhalte zu sperren. Sie startete damit eine Kampagne „Netz gegen Nazis“.

Aigner: “Sie suchen Gefolgschaft, werben für ihre Gesinnung und verbreiten Propaganda. Verfassungsfeinde – rechts wie links – sollten auf diesen Plattformen keinen Platz haben.”
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Diese Aktion, die von von der Amadeu-Antonio-Stiftung und „Die Zeit“ initiiert und von 20 Social Networks (bisher ohne Facebook) unterstützt wird, soll die Nutzer sozialer Medien für rechte Inhalte sensibilisieren und dazu animieren, diese zu melden. Die Eigentümer dieser Netze haben dann die Möglichkeit, diese Inhalte/Seiten zu sperren.
Diese Meldung passte heute zu der Nachricht, dass auf Facebook eine Seite, die gegen rechte Inhalte und gegen den NPD-Auftritt eben auf dieser Plattform agitiert, abgeschaltet wurde. Der Auftritt der NPD (eine in Deutschland offiziell anerkannte Partei, sorry) dagegen läuft trotz massiver Proteste (eine entsprechende Gruppe auf Facebook hat mittlerweile 400.000 Mitglieder) weiter.
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Jetzt geht es in diesem Artikel nicht um pro und contra Facebook, pro und contra rechts oder links, oben und unten. Das muss in einem freien Land wie dem unseren jeder selbst entscheiden. Es geht hier jedoch genau um die Macht oder Ohnmacht, die sozialen Netze und das Internet zu kontrollieren. Ist dies möglich? Und wenn ja, widerspricht das nicht der Idee sozialer Netze in Zeiten von Web 2.0.
Spiegelt der Versuch das Netz zu kontrollieren, nicht wieder die Unmöglichkeit wider, einen Riesen mit Wattebällchen zu besiegen. Und geht es dabei nicht um die Macht, die sich die User des Internet zu eigen gemacht haben, zu beschneiden?
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Ja, ich bin auch gegen Nazis. Das kann jeder auf meiner privaten Seite auf Facebook nachlesen. Und wenn jemand die allgemein in unserer Gesellschaft geltenden Regeln und Normen über Gebühr missachtet und verletzt, gehört er gemaßregelt. Aber, ich meine allgemeine und nicht subjektive Regeln. Nicht die Regeln einzelner. Und Nachhaltigkeit erreiche ich nur mit Auseinandersetzung, nicht durch Reglementierung. Wenn ich falsche Meinungen und Verhalten ändern will, muss ich überzeugen.
Sind Verbote und Abschaltungen dann der richtige Weg?
Wir sind gerade auf dem Weg, die freie Meinung zu akzeptieren, weil wir es müssen. Gefällt Marketingchefs die Meinung der Masse zu Ihren Produkten und Aktionen? Mit Sicherheit nicht immer. Findet hier, in der Wirtschaft, nicht gerade der Wandel zu einer Kultur des Zuhörens, des Mitmachens und Mitgestaltens statt? Und hat diese Entwicklung nicht massgeblich die Kraft der freien Meinungsäußerung eben durch das Internet bestimmt. Entscheidungen, Produkte und Marken werden durch Konsumenten gemacht, die frei kommunizieren, nicht umgekehrt. Hier kann man unliebsame bzw unangenehme Statements nicht abschalten. Hier muss man lernen, damit umzugehen. Das ist unsere Gesellschaft. Das ist Web 2.0.
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Wenn wir diese Lernphase auf die anderen, z.B. die oben genannten, Bereiche übertragen, werden wir überzeugen. Dann müssen wir nicht abschalten.
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Lehrreicher Blogbeitrag.Hat zum Nachdenken angeregt. Ich werde auch die nächsten Beiträge verfolgen.
Freut mich, gern weitere Kommentare und Anregungen.
VG Henrik