„Nur Tote bleiben liegen“ Eine Rezension – Marketing Direkt Online

„Nur Tote bleiben liegen“ Eine Rezension

Es kommt selten vor, dass ich versuche, ein Buch „zwischen Tür und Angel“ zu lesen. Aber bei “Nur Tote bleiben liegen” hatte ich keine Chance. Nachdem ich es einmal zur Hand nahm, habe ich sogar in Meetingpausen den Kaffee weggelassen, um zu lesen. Dabei fiel es mir nicht leicht, dieses Buch schnell zu lesen. Viele Abschnitte las ich zweimal (nicht, weil ich sie nicht verstand, sondern weil sie es wert waren). Seit meinem Studium habe ich in keinem Buch mehr Markierungen hinterlassen. Hier habe ich alles getan: Marker, Zettel, sogar einen Textsignierer verwendet. Sorry, ich konnte es nicht lassen.

Aber zum Inhalt:

Die beiden Autoren haben es verstanden, der Unternehmenswelt auf den Zahn zu fühlen. Hinterlegt mit etlichen Beispielen, reflektieren Anja Förster und Peter Kreuz in Zeiten von Social Media, offener Kundenkommunikation und millionenschwerer Videowerbung auf eine Ressource, die so oft vergessen wird: den Mitarbeiter. Ja, der ist wichtig! Zumindest den Beiden. Denn Sie haben ihm ein ganzes Buch gewidmet. Seinen Vorteilen, Unwägbarkeiten und psychischen Unzulänglichkeiten. Und haben eine Bibel geschrieben für all jene, die das verstanden haben, wohl wissend, dass diese Menschen leider im Normalfall nicht auf dem großen Stuhl hinter, sondern auf dem Hocker vor dem Schreibtisch in der obersten Etage sitzen.
Und natürlich der Kunde. Selbstbewusst und markenführend. Wählerisch und mitteilsam. Nur noch gewillt von einem kreativen, motivierten und engagierten Mitarbeiter bedient zu werden. Spannend, denn diesen Typus Kunde gibt es auf der ganzen Welt immer häufiger. Den entsprechenden Typus Mitarbeiter findet man, wenn man dieses Buch liest, sich Gedanken macht, die Ärmel hochkrempelt  und im eigenen (auch das fremde kann das eigene sein) Unternehmen loslegt.

Aber nochmals der Versuch zum Inhalt zu kommen. Am besten lässt sich dies mit Zitaten bewerkstelligen:

„In der Beziehung zwischen Anbieter und Kunde saßen die Mächtigen bisher auf der Seite der Unternehmen. Ihr Machtinstrument hieß „Markenführung“. Und das Ergebnis waren Marken, deren Inhalte und Zugangswege von Managern bestimmt wurden. Diese Top-down-Kommunikation vom Unternehmen zum Kunden ist Vergangenheit.“

„Auch das gilt für jede Beziehung: Wenn Sie uns wichtig ist, tragen wir Streit aus. Wenn sie uns nicht wichtig ist, drehen wir uns einfach um und gehen.“

„Aber dann fiel bei uns der Groschen… Wie doof sind wir denn? Die Marke gehört dem Kunden! Punkt….. Diejenigen, für die unser Produkt ist, dürfen auch mitbestimmen und mitgestalten.“

„Das klingt zunächst einmal einleuchtend. Ist aber so ziemlich das Gegenteil der üblichen Managementpraxis. Der Chef als Moderator von Managemententscheidungen.“

„Wer Transparenz praktiziert, baut eine Beziehung zu seinen Kunden, Mitarbeitern, Partnern und der Öffentlichkeit auf, die auf Vertrauen basiert.“

„Wenn ein einzelner Kundenbetreuer nicht autorisiert ist, sich zu dem von ihm verantworteten Vorgang in einem Internetforum zu äußern, dann ist ein Unternehmen schlichtweg nicht reaktionsfähig.“

So könnte ich weitermachen ohne das es langweilig würde. Ein begeisterndes und nachdenklich machendes Buch.

Meine Empfehlung: Lesen! Meine Bitte: Macht es zur Pflichtlektüre in Managementetagen!

Tags: , , , , ,

1 Response to "„Nur Tote bleiben liegen“ Eine Rezension"

Leave a Comment